Unser Werdegang

Der Verein wurde 1987 unter dem Namen »Verein für alternative Wohnprojekte e.V.« gegründet. Damals hatte eine kleine Initiative in Zusammenarbeit mit der Lawaetz-Stiftung in Hamburg-Ottensen ein denkmalgeschütztes Haus aus dem 19. Jahrhundert (»Am Felde 87«) von der Stadt gepachtet um es in Eigenleistung zu sanieren und gemeinschaftlich bewohnen zu können. Von Anfang an stand dabei der Gedanke des selbstverwalteten Wohnens und solidarischen Wirtschaftens im Vordergrund.

Unabhängig davon entstand im Studienjahr 1993/94 an der Hamburger Eurythmieschule die zweite Initiative. Einige Studentinnen suchten, da eine Erhöhung ihrer Studiengebühren unvermeidlich schien, nach einer Möglichkeit, die in Hamburg vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten zu senken. Dabei kam unter anderem die Idee eines selbstorganisierten Studentenwohnheims mit bezahlbaren Zimmern auf. Sie ließen sich von der geradezu hoffnungslosen Ausgangssituation, dass sie in der Stadt mit einer der teuersten Immobilienmärkte Deutschlands völlig mittellos ein Haus suchten, nicht abschrecken, sondern inspirieren:

Diesem von einseitiger Gewinnabsicht gelenkten Marktmechanismus wollten sie gelebte Solidarität entgegensetzen! Und nach vielen Gesprächen der Studentenvertreter untereinander und mit verschiedenen Institutionen konnte tatsächlich über die TRION Geldberatungsgenossenschaft e.G. ein Haus gefunden werden. Der Verkäuferin war es wichtig, dass ihre Immobilie – eine alte, freistehende Villa von 1902 – nach ihrem Auszug nicht einfach abgerissen würde, sondern weiter bewohnt und gepflegt erhalten bliebe. Jetzt galt es genügend Geldgeber für Darlehen und Spenden zu finden, denn Sicherheiten für einen regelrechten Bankkredit konnte man ja ebenso wenig wie Eigenkapital bieten.

Außerdem wurde für diese Hauskauf-Initiative ein Rechtsträger benötigt. Hier wandte man sich an den »Verein für alternative Wohnprojekte e.V.« und tat sich zusammen: Es begann eine bis heute andauernde fruchtbare menschliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Hausprojekten im Rahmen des Vereins. Die neue studentische Initiative belebte den Verein, und gemeinsam konnte man tatsächlich genügend Menschen für die Ideen begeistern, die erforderlichen Gelder zusammentragen und den Hauskauf im Mai 1994 schließlich bewerkstelligen. Eine Projektgruppe bezog das Anwesen »Zöllnerstraße 31« in Hamburg-Bahrenfeld noch im selben Monat und begann mit umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten.

1998 gab es eine dritte Initiative, die ebenfalls im Rahmen des Vereins ein Projekt gründen wollte und sich als Gruppe den Namen »Vivenda« gegeben hatte. Das bedeutet auf Lateinisch »es möge leben« und auf Portugisisch »Haus«. Diese Gruppe hat leider kein eigenes Projekt realisiert, sie ging wieder auseinander. Sie schenkte aber dem Verein den neuen Namen, der den Mitgliedern auf Anhieb besser gefiel als der alte. Und so wurde der Verein im Zuge einer Satzungsüberarbeitung schließlich umbenannt in »Vivenda – leben und arbeiten in Stadt und Land e.V.«.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Vereinsentwicklung hatte sich schon 1995 angebahnt: Einige Vereinsmitglieder hatten Kontakt zu einem alten biologisch-dynamisch bewirtschafteten Hof geknüpft, der in wirtschaftlich desolater Lage nach Möglichkeiten des Weiterbestehens suchte. Im Jahr 2001 konnte Vivenda die Liegenschaften bei Schneverdingen in der Lüneburger Heide in den Verein aufnehmen. Es wurde nun bis 2007 versucht, den »Weidenhof« mit unterschiedlichen Konzepten wieder aufzubauen. Dieses Ziel konnte trotz wichtiger Investitionen nicht befriedigend erreicht werden. Im Jahr 2009 wurde der Hof deshalb in die Rechtsträgerschaft der Stiftung Edith Maryon übergeben, einer Stiftung mit ähnlichen Zielsetzungen wie Vivenda.

Neben dem Ideal des selbstverwalteten gemeinschaftlichen Wohnens wurden alsbald auch die ökologischen und pädagogischen Ziele des Vereins realisiert. Die Initiative »Zukunftsklænge – Umweltbildung durch Wald- und Landschaftspflege« arbeitet seit 2005 unter dem Dach von Vivenda und bietet aktiven Umweltschutz als Lern- und Erfahrungsfeld für Menschen unterschiedlichen Alters an. Schwerpunkt hierbei sind forstwirtschaftliche Praktika für Schüler aller Schulformen.

Im Jahr 2004 realisierte Vivenda ein weiteres Projekt in Hamburg-Harburg.

Zuletzt (im Jahr 2011) erstand der Verein, auf Initiative eines einzelnen Mitgliedes hin, ein kleines Einfamilienhaus in Schutschur im Wendland.